So, wie Künstler aus Skizzen Meisterwerke erschaffen, können Führungskräfte aus Herausforderungen Lösungen gestalten.
Um Herausforderungen klar zu sehen und Lösungen effektiv umzusetzen braucht es die beiden Kompetenzen Problemerkennung und Lösungsorientierung.
Ob im Berufsalltag, in zwischenmenschlichen Beziehungen oder bei persönlichen Projekten – täglich begegnen wir Situationen, die uns fordern. Warum gelingt es manchen Menschen scheinbar mühelos, den richtigen Weg zu finden, während andere ins Stocken geraten? Der Schlüssel liegt in zwei essenziellen Soft-Skills: der Fähigkeit, Probleme klar zu erkennen, und der Kompetenz, sie zielgerichtet zu lösen. Insbesondere für Führungskräfte sind diese Kompetenzen entscheidend, um erfolgreich Verantwortung zu übernehmen und Teams durch Herausforderungen zu navigieren. Doch was genau macht diese Eigenschaften so entscheidend, und wie können wir sie entwickeln?
Problemerkennungskompetenz bedeutet, den Kern eines Problems identifizieren und dessen Ursachen zu analysieren können. Dies erfordert einen analytisches Denken und die Bereitschaft, unangenehme Fragen zu stellen, ihnen nachzugehen.
Wie Albert Einstein treffend sagte: „Wenn ich eine Stunde Zeit hätte, ein Problem zu lösen, würde ich 55 Minuten über die Frage nachdenken und 5 Minuten über die Lösung.“
Die Fähigkeit zur Problemerkennung erfordert:
– Kritisches Hinterfragen: Warum tritt dieses Problem auf? Welche Faktoren spielen eine Rolle?
– Emotionale Distanz: Nicht jedes Problem ist offensichtlich, und emotionale Verstrickungen können den Blick trüben.
– Offenheit für Feedback: Andere Perspektiven können helfen, blinde Flecken zu vermeiden.
Ein Beispiel
Spannungen im Team können auf Kommunikationsprobleme oder unklare Erwartungen hinweisen. Nur wer das dahinter liegende Muster erkennt, kann nachhaltige Besserung und Entspannung schaffen, vielleicht sogar Leistung daraus generieren. Führungskräfte nehmen dabei eine zentrale Rolle ein, indem sie aktiv nach den Ursachen suchen, konstruktive Dialoge fördern, Lösungen zusammen kreieren, die nächsten Schritte ermöglichen oder initiieren und ihre Mitarbeitenden dazu befähigen und motiviere
Lösungsorientierungskompetenz bedeutet, die Perspektive zu wechseln und den Fokus auf konkrete Handlungsmöglichkeiten zu richten. Statt sich im Problem zu verlieren, suchen lösungsorientierte Menschen nach Wegen, die Situation zu verbessern.
Merkmale für Lösungsorientierung sind:
– Handlungsfähigkeit: Der Fokus liegt auf dem Machbaren, nicht auf den Hindernissen.
– Ganzheitliche Perspektive: Das Ziel bleibt stets im Blick, ohne sich in Details zu verlieren.
– Zukunftsdenken: Statt „Warum ist das passiert?“ lautet die Frage: „Was kann ich tun, um es zu ändern?“
Gerade im Kontext von Führungskompetenzen zeigt sich Lösungsorientierung als unverzichtbare Eigenschaft. Führungskräfte, die Lösungen klar kommunizieren und Teams motivieren, schaffen eine Kultur des Fortschritts und der Innovation. Gleichzeitig ist Ausdauer und Beharrlichkeit – der Glaube an die Lösungsfindung, unentbehrlich.
Zum Glück sind Problemerkennung und Lösungsorientierung keine angeborenen Eigenschaften – sie lassen sich trainieren. Zwei bewährte Methoden können hierbei helfen:
1. Das 5W-Modell:
Die Methode der „fünf Warum“ hilft, den Kern eines Problems zu identifizieren. Indem man fünfmal fragt, warum etwas geschieht, gelangt man zur Wurzel des Problems. Diese Technik wurde von Sakichi Toyoda entwickelt und ist ein zentraler Bestandteil der Lean-Management-Prinzipien. Sie hilft, Oberflächliches zu durchdringen und nachhaltige Lösungen zu entwickeln.
2. SMART-Ziele setzen:
Nachdem das Problem klar definiert ist, hilft das SMART-Prinzip, konkrete Lösungen zu formulieren. Ziele sollten spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert sein. Diese Methode sorgt für Klarheit und eine strukturierte Umsetzung.
Führungskräfte stehen vor der besonderen Herausforderung, nicht nur ihre eigenen Kompetenzen zu entwickeln, sondern auch ihre Teams und Mitarbeitenden dazu zu befähigen. Eine erfolgreiche Führungskraft vereint Problemerkennung und Lösungsorientierung und schafft damit die Grundlage für ein Umfeld, in dem Verantwortung geteilt, Chancen erkannt und Herausforderungen als Entwicklungsmöglichkeiten gesehen werden.
Laut einer Studie des Harvard Business Review (2020) sind Teams, die systematisch Probleme analysieren und strategisch Lösungen erarbeiten, um 30 % produktiver als Teams, die spontan handeln. Diese Erkenntnis zeigt, wie wertvoll strukturierte Problemerkennung und Lösungsorientierung in der Praxis sind. Führungskräfte spielen dabei eine Schlüsselrolle, indem sie den Rahmen für solche Prozesse setzen.
Problemerkennung und Lösungsorientierung sind wesentliche Softskills für Führungskräfte – sie sind Schlüsselkompetenzen für erfolgreiche Führung. Mit diesen Fähigkeiten, können nicht nur Probleme gelöst, sondern auch Verantwortung übernommen, Teams inspiriert und nachhaltigen Erfolg erzielt werden.
Die Frage lautet nicht: „Was steht im Weg?“, sondern: „Was ist der nächste Schritt?“